24 Stunden Rad am Ring
Dienstag, den 24. August 2010 um 06:34 Uhr
Rajko, Andreas Fiedler, Siggi und ich starteten als 4er Team „RSC-Kattenberg Team 1“ bei „24 Stunden Rad am Ring“.
Der Kurs setzt sich aus der legendären Nordschleife sowie dem eigentlichen Grand-Prix-Kurs zusammen.
Die Rundenlänge betrug gut 25 km. Hierin enthalten waren schnelle Abfahrten (in der sogenannten Fuchsröhre sind Spitzengeschwindigkeiten von über 90 km/h keine Seltenheit), ca. 500 Höhenmeter, sowie Steigungen von bis zu 17 % hinauf zur „Hohen Acht“.
Nach unserer erfolgreichen 24 Stunden-Premiere in Nortorf waren wir gespannt, wie es uns in der Eifel ergehen würde.
Während der Anreise gaben wir unsere Prognosen ab und stellten fest, dass die Erwartungen weit auseinander gingen: Siggi traute uns eine Top 10-Plazierung zu, ich hoffte, im ersten Drittel des Feldes zu finishen und Rajko wollte schon frustriert umkehren: „Jungs, ich fahre gleich wieder nach Hause. Wenn wir starten, dann fahren wir auf Sieg !“
Wer Rajko kennt weiß, dass max. 50 % dessen, was er so erzählt, ernst gemeint ist. Der Rest ist Spaß und es gibt immer herrlich viel zu lachen.
Ich hoffte, er meinte es im Spaß ;-)
Die Wetterbedingungen waren ideal. Sonnige Temperaturen mitte 20 °, selbst Nachts wurde es nicht kälter als 17 ° und ein hell scheinender Mond zeigte uns den Weg. Wind, der für uns Norddeutsche als vernachlässigbar gelten kann.Unser Quartier bezogen wir im Fahrerlager des GP-Kurses. Die uns zugewiesene Parzelle hatte eine Größe von 3,5 x 12 Metern. Hier machten wir es uns in den schnell aufgebauten 2 Pavillons sowie einem kleinen Zelt gemütlich.
Der Rennkurs verlief quer durch das Fahrerlager. Hier wurden die Fahrerwechsel - vergleichbar mit einem Staffellauf – durchgeführt und der für die Zeitmessung erforderliche Transponder weitergegeben.
Unser Rennen wurde am Samstag um 13:15 Uhr gestartet. Rajko ging für uns in die erste Runde, da er die Strecke bereits kannte, was bei dem großen Starterfeld ein klarer Vorteil war. Runde 2 fuhr Andreas, der den Kurs mit deutlich mehr PS zwischen Vorder- und Hinterrad schon viele Male im Renntempo auf 2 Rädern gefahren ist. Hiernach waren Siggi und ich an der Reihe. Das Fahrerfeld hatte sich bereits deutlich auseinander gezogen, so dass wir die Strecke ohne Gruppen-Stress im Rennen kennenlernen konnten.
Die ersten 5 km ging es fast nur bergab. Herrlich langgezogene Kurven, super glatter Asphalt, breite Straßen, ideale „Baller-Bedingungen“.
Doch dann ging es los: „Bergwerk“, „Hohe Acht“, es gab Höhenmeter satt ! Viele Radler nutzten die Füße nicht zum treten sondern zum gehen.
Die letzten ca. 5 km der Nordschleife waren dann wieder deutlich angenehmer zu fahren. Schnelle Abfahrten wechselten sich mit knackigen Gegenanstiegen ab, die man mit viel Schwung gut hochdrücken konnte.
Krönender Abschluss der Runde war der eigentliche Grand Prix-Kurs. Auf dem ca. 5 km Rennkurs gab es Rennfeeling pur, eine schnelle Kurve jagte die nächste.
Abschließend die Wechselzone. Unseren Transponder hatten wir an einer Trinkflasche befestigt. Sobald der ankommende Fahrer gesichtet wurde setzte sich der startende Fahrer in Bewegung und die Flasche wurde im fliegenden Wechsel weitergegeben – jede Sekunde zählt.
Die Rundenzeit lag so bei ca. 50 Minuten. Gefahren wurde in „Zeitfahr-Belastung“, mehr als eine Runde im Stück wäre daher nicht möglich gewesen. Die Pausenlänge zwischen den Einsätzen betrug daher 2 ½ Stunden. Das musste zum Umziehen, Essen, kurz Dösen, Umziehen und dann wieder Warmfahren reichen.
Mit dem oben beschriebenen Rhythmus kam jeder von uns auf 7 Runden, also 3.500 Höhenmetern auf knappen 180 km.
Das reichte für einen tollen 45. Gesamtplatz, bzw. Platz 16 in unserer Altersklasse (am Start waren 661 männliche 4er Teams, davon 285 Teams in unserer Altersklasse).
Wir waren super zufrieden und wussten: mehr war nicht drin. Jeder von uns hatte alles gegeben und wir waren kaputt aber glücklich.
Ob es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben wird ? Schauen wir doch mal.
Jochen








