Alles hört auf sein Kommado

Hamburger Abendblatt vom 10.08.2016 – Heiner Korschewski führt erstmals beim Marathon und der Radtourenfahrt des RSC Kattenberg Regie

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Kaltenkirchen.  Während Heiner Korschewski vom RSC Kattenberg ein letztes Mal die Lage sondierte, drängte sich hinter ihm eine große Schar von Radsportlern an der Startlinie. Alle konnten es kaum mehr erwarten, vom Chef-Organisator auf die Radtourenfahrt „In die Holsteinische Schweiz“ geschickt zu werden. Und dann ging’s los an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule am Kaltenkirchener Flottkamp, das alljährlich größte Event des RSC konnte beginnen.

803 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern und der Schweiz begegneten sich. 632 Aktive absolvierten die Radtouren-Strecken über 48, 84, 115 und 160 Kilometer. 171 nahmen den NordCup-Marathon über 220 Kilometer, der zum Radmarathon-Cup Deutschland gehört, in Angriff.

Als die Fahrer nach harter Arbeit – der Wind hatte den Aktiven unterwegs hartnäckig ins Gesicht geblasen – zurück im Ziel waren, wich die Anspannung bei Heiner Korschewski. Er war als Nachfolger von Gaby Schabram, die in den vergangenen fünf Jahren beim Marathon und der RTF Regie geführt hatte, erstmals für die Veranstaltung verantwortlich. Damit alles klappte, bekam der 49-jährige Korschewski bei der Organisation Unterstützung von Ehefrau Nicole und Sohn Leon sowie zahlreicher Clubmitglieder. Die radelten nicht mit, sondern packten überall dort mit an, wo sie eingeteilt worden waren oder helfende Hände benötigt wurden.

„Die RTF ist unsere Königsveranstaltung, da muss alles gut laufen“, sagte Heiner Korschewski. Mit Ausnahme von zwei glimpflich verlaufenen Stürzen war es eine gelungene Feuertaufe für den neuen Mann, der selbst Radsportler ist. Der mit seiner Familie im Tangstedter Ortsteil Wilstedt wohnhafte Radsport-Enthusiast stieg in den vergangenen Jahren mehrfach beim Radmarathon-Cup Deutschland und NordCup-Marathon aufs Rennrad. Außerdem finishte Korschewski erfolgreich bei der spanischen Inselrundfahrt Mallorca 312 sowie bei der Mecklenburger Seen-Tour über 300 Kilometer, und das jeweils über die vollen Distanzen. 2015 war er auf den Spuren der Tour de France am Mont Ventoux in der Provence unterwegs. Dort absolvierte er alle drei Anstiege zum Berggipfel an einem Tag. „Seitdem bin ich Mitglied im Club des Cinglés du Mont-Ventoux.“ Sehr frei übersetzt könnte man den elitären Kreis auch den Club der Verrückten nennen.

Ein bisschen verrückt sind natürlich auch die Radsport-Cracks, die sich von Kaltenkirchen aus in die Weite Schleswig-Holsteins aufmachten. Beim Marathon „Holsteiner Wellenritt“ ging es bis kurz vor Lübeck und auch die RTF-Strecken waren nicht ohne. Doch unter dem Strich war für alle Starter entspanntes Radfahren ohne Zeitmessung angesagt. Leistungsdruck ist verpönt, und Sieger oder Pokale gibt es schon gar nicht. „Rennatmosphäre will bei solchen Veranstaltungen keiner“, sagte Vereinschef Dirk Ehling. „Außer vielleicht diejenigen, die sich auf den Marathon-Distanzen für die Hamburg Cyclassics vorbereiten.“

Erstmals hatte der RSC Kattenberg einen Tag zuvor zwei Mini-Brevets über 115 und 160 Kilometer angeboten, bei dem die „Ritter der Landstraße“ nach Tracks fahren, die aufs Navigationssystem geladen werden und den Verlauf der Strecke wie bei einer Schnitzeljagd anzeigen. Die Distanzen sind in einem bestimmten Zeitraum zurückzulegen, man kann Geschwindigkeit und Pausen selbst festlegen.

Auf eines mussten die Radsportler in Kaltenkirchen nicht verzichten: Das Rundum-Sorglospaket wurde gewohnt perfekt geschnürt. Die Kontroll- und Verpflegungsstellen waren bestens ausgestattet, sodass es keine Engpässe und ideale Betreuung gab. Und ein Novum gab es auch: Wer wollte, konnte sich nach der Zielankunft bei einem Massageteam melden, um ganz entspannt wieder zu Kräften kommen.

Besonders gut gefiel es in Kaltenkirchen Khaled Sahyouni. Der Flüchtling aus Syrien, der in seiner Heimat Ökonomie studiert hat, sein Leben in Deutschland neu ordnen will und gerade auf Wohnungssuche ist, sagte: „Wann gibt es schon mal die Gelegenheit, so viele Leute zu treffen?“

Kommunikation durch und beim Sport lautet auch die Devise von Heiner Korschewski. „Viele Fahrer haben mir gesagt, dass sie beim Radfahren ohne Leistungsanspruch schneller den Kopf frei bekommen und darüber hinaus Land und Leute kennenlernen. Vor allem aber lassen sich gerade bei einem solchen Breitensport-Event soziale Netzwerke leichter aufbauen.“

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aus dem Hamburger Abendblatt vom 10.08.2016

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Editor
5 Jahre zuvor

Hallo,

unser Haky hat am Wochenende bei eurem Radmarathon teilgenommen. Er hat einen langen Bericht geschrieben, nur leider keine Fotos gemacht. Ein Bericht ohne Fotos für die Homepage ist doof.

Ich habe gesehen, dass ihr Fotos gemacht habt. Es wäre klasse, wenn ich ein paar Bilder runterladen und verwenden dürfte.

Den Link zu unserer Homepage lasse ich euch dann zukommen. Gerne könnt ihr den Bericht auch verwenden.

Über eine positive Antwort würde ich mich sehr freuen.

Gruß
Björn Welskopp
1. Vorsitzender
Ollanner-Radteam

und hier der inzwischen bebilderte Fahrbericht:
https://www.ollanner-radteam.de/radmarathon-holsteiner-wellenritt-von-haky-082016/