…denn Sie weiß nicht, was Sie tut

…mein Bericht zum Ötztaler Radmarathon 2019

Wieso wird der eigentlich liebevoll „Ötzi“ genannt?

Nun ja, nachdem Andreas F. einfach nicht nachlassen wollte, mich zu einer Teilnahme beim „Ötzi“ zu bewegen, gab ich zum Jahreswechsel mein Ja-Wort. Von Langdistanzen im Triathlon und Marathonläufen hatte ich mich bis auf weiteres in 2016 verabschiedet. Und wie es nun mal mein Naturell ist, gab es kein wirkliches Konzept für die Vorbereitung auf 238km mit 5.500 ausgewiesenen Höhenmetern, geschweige denn eine Vorstellung davon, WAS da auf mich zukommt.

Nach der kräftezehrenden CrossSaison 2018/2019, die naturgemäß auch nur auf Kurze und hochintensive Belastungen bis 50 Minuten ausgerichtet ist, erwies sich der Einstieg in das Langstreckentraining echt schwierig. Irgendwann im März bin ich also auf der sagenumwobenden HG30 Runde auf meine ersten 90 Testkilometer gegangen und habe sie geschafft. Mit etwas Auswahllesen im Internet, frei nach dem Motto, ich lese was ich lesen will, stellte ich fest, dass es für den Ötzi schon genügt, Strecken um die 100km in der Trainingsvorbereitung zu fahren. Das hat mir gefallen, weil es realisierbar in mein Leben passte und wurde in die Tat umgesetzt. Zusätzlich machte ich mir die größte Sorge, in einem Feld von 4.000 Teilnehmern zu überleben (ja, ich bin noch nie und es reizt mich überhaupt nicht die Cyclassics oder ähnliche Veranstaltungen zu fahren). Also mussten richtige Radrennen in die Vorbereitung eingefügt werden, bei denen ich mich von Rennen zu Rennen wohler und sicherer im Feld fühlte.

Das war schon mal gut.

Die Wettkämpfe mit meinem Triathlonteam waren auch nur kurz und schmerzvoll, über 1 Stunde Wettkampfdauer kamen wir fast nie hinaus. Einen Monat vor dem Ötzi lag der Familienurlaub im Harz, da wollte ich dann doch einmal Berge fahren zur Einstimmung.

Schlußendlich wurden von März bis August 5.200 Trainings- und Wettkampfkilomter eingefahren. Würde das reichen??

Die Anfahrt am Donnerstag nach Sölden war unspektakulär. In unserem wunderbaren Hotel wurden wir herzlich von Familie Fiedler begrüßt, die bereits einen Tag vorher angereist waren.

Freitag gingen wir getrennte Wege, Stephan und mich verschlug es mittags auf den Spuren von James Bond 007 auf den Gaislachkogel in 3000 m über die Wolken und nachmittags dann zum ersten sportlichen Einsatz, dem Bergzeitfahren, in dem ich mich für den 1. Startblock qualifizieren wollte, was auch klappen sollte, juhu!!! (Weniger Startstress am Sonntag)

Den Samstag haben wir alle gemeinsam bei einem schönen Ausflug in ein Thermenbad und Andreas und ich zusätzlich bei einer überschaubaren Einrollrunde auf unseren Zweirädern verlebt.

 

Sonntag hieß es um 5 Uhr frühstücken und sich startfertig machen. Von Andreas mussten wir uns leider schon zeitig verabschieden, da er sich im Startblock 2 in die Teilnehmermassen stürzen musste. Stephan und ich hatten es wesentlich entspannter und alle gemeinsam warteten wir auf das Startsignal in einen Tag mit vielen Unsicherheiten, Eindrücken und bis ca. 16 Uhr idealsten Wettervorhersagen (dann sollte es zu regnen anfangen…).

 

Das Rennen selbst war für mich unplanbar, gewaltig, Himmel und Hölle und ganz ehrlich, es war perfekt. 9:11 Minuten standen am Ende des Tages auf der Uhr, ein 15. Platz in meiner Altersklasse von 140 Radfahrerinnen und 27. Frau von allen 263 Teilnehmerinnen.

Bilder zeigen mehr als Worte.

 

Der Ötztaler und ich glaube auch gerade die Premiere ohne jemals in den richtigenBergen geradelt zu sein, blauäugig wie ich bin und vielleicht auch etwas verplant ist einmalig. Ein einmaliges Erlebnis, ein einmaliges Leiden, ein einmaliges Kämpfen gegen und doch mit sich selbst, in dieser gewaltigen Kulisse über der Baumgrenze und auf Abfahrten mit Höchstgeschwindigkeiten von 99,3 km/h.

 

Danke Stephan und Danke insbesondere auch Andreas F. für’s Überreden J

Jetzt kommt die CX Saison…..

 

Eure Cordula

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Heiner

Wow – ein toller Bericht, Cordula.
Herzlichen Glückwunsch für den Wahnsinnserfolg, jener auch parallel Andreas gilt.

der dirk

Ein klasse Bericht und ein Wahnsinnsritt. Mein Glückwunsch und Respekt zu dieser sportlichen Leistung.

Rainer Janssen

Toller Bericht und Herzlichen Glückwunsch zur Platzierung! Dein Bericht liest sich sehr bildhaft. …zum mitfiebern

Jochen Kahl

Vielen Dank für deinen Bericht, liebe Cordula. Deine lebhaften Schilderungen lassen einen immer richtig mitfiebern und mitbangen.

Bublitz, Jörg

Einfach richtig klasse ! Meinen herzlichen Glückwunsch an Dich Cordula !
Jörg Bublitz