AlpenTour Trophy 2026 – ein 4-tägiges MTB-Etappenrennen in Schladming, Österreich

Was für eine Woche: Im letzten Jahr fragte ich über social media, ob jemand Zeit und
Lust hätte, mit mir zur AlpenTour Trophy 2026 nach Schladming in Österreich zu
fahren. Dass ich gleich zwei positive Rückmeldung dazu bekomme, hatte ich
tatsächlich nicht gedacht. Aber der Plan entwickelte sich: mit Marcell (RSG
Nordheide) würde ich in der Duo Master 1 Klasse an den Start gehen und mit Lucas
die An- und Abreise bestreiten. Bis dahin wurde aber noch jede Menge trainiert,
gefachsimpelt, gezweifelt und geplant.

In der Nacht von Montag auf Dienstag reisten wir dann endlich an und Marcell und
ich konnten mittags noch eine kleine Eingewöhnungsrunde absolvieren und schon
einmal einige örtliche Trails abfahren und uns an die Höhe zu gewöhnen. Mittwoch
machten wir uns dann zu dritt auf den Weg und fuhren weitere Kilometer der
kommenden 2. Etappe ab. Somit konnten wir gut vorbereitet am Donnerstag die
erste von vier Etappe auf uns zukommen lassen.

1. Etappe, Hauser Kaibling, 60km, 2.130hm

Am Donnerstag standen auf der Etappe 3 lange Anstiege an. Marcell und ich hatten einen guten Plan geschmiedet und hofften, diesen auch auf den Trails umsetzen zu können. Wir fuhren unser Rennen, ließen uns nicht von anderen Fahrern zu sehr beeinflussen und kamen schlussendlich gut im Ziel in Schladming an. Dazu muss man sagen, die ersten 3 Etappen führen am Ende immer durch den Bikepark Schladming, sodass man bis zum Zielstrich hochkonzentriert sein muss. Im Ziel herrschte erst einmal Ratlosigkeit, wir konnten überhaupt nicht einschätzen, wie wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten abgeschnitten hatten. Ein kurzer Blick auf die Online-Ergebnisse sollte für Klarheit sorgen, doch da kamen die Glückwünsche zum Tagessieg (!) aus der Heimat schon zuvor. Wir waren völlig überrascht und konnten es eigentlich gar nicht glauben, bis ca. 7 Minuten nach uns das zweite Team ins Ziel gerollt kam. Bis zur Tages-Siegerehrung direkt nach dem Rennen grübelten wir immer noch, wie wir das angestellt hatten, aber spätestens ganz oben auf dem Podest hatten wir es dann doch realisiert.

Am Abend fand noch das gemeinsame Abendessen aller Teilnehmenden in einem großen Skihotel statt, bei dem auch die Führungstrikots überreicht wurden. Leider war das nicht für die einzelnen Aktersklassen vorgesehen, somit konnten wir aber immerhin auf der nächsten Etappe unsere Vereinstrikots präsentieren.

2. Etappe, Ramsau am Dachstein, 70km, 2.760hm

Der Freitag hielt dann schon direkt die Königsetappe für uns bereit. Unser Plan war es, einfach so weiter zu fahren wie am Vortag und dann zu schauen, ob wir unsere direkten Konkurrenten ausmachen konnten. Doch schon in der neutralisierten Startphase musste ich mit Luftverlust am Vorderrad an den Streckenrand. „Zum Glück“ war es nur ein nicht richtig zugedrehtes Ventil, sodass wir nach kurzem Nachpumpen und höchstens einer Minuten Zeitverlust direkt wieder Fahrt aufnehmen konnten. Und schon am ersten Anstieg fuhren wir zügig von hinten auf das zweitplatzierte Team auf, vorbei und rissen schnell ein kleines Loch. Somit waren wir bereits wieder dort, wo wir es uns vorgenommen hatten. Durch die Hitze von über 30 Grad und dem permanenten Sonnenschein auf unsere Helme wurde es zum Teil eine Qual und wir nutzen jede Verpflegungszone, um uns mit frischen Getränken zu versorgen. Nach fast 4 ½ Stunden ging es wieder durch den Bikepark ins Ziel und nach einem schnellen Check konnten wir uns über unseren zweiten Etappensieg freuen! Dieses Mal war der Vorsprung auf unseren Verfolger nicht ganz so groß, aber inzwischen mit 11 Minuten schon komfortabel.

Abends hieß es wieder gemeinsames Abendessen und regenerieren für die nächste Etappe. Unser Plan für den Tag: nicht hetzen lassen, wir fahren unser Ding und dann schauen wir was kommt.

3. Etappe, Reiteralm, 59km, 2.580hm

Bereits Samstag früh waren es locker über 20 Grad und es sollte noch heißer werden. Vorsorglich sortierten wir uns im Startblock etwas weiter vorne ein, was im Nachhinein wohl extrem viel wert war. Die ersten Kilometer der Etappen führten über sehr schmale Wege, man konnte kaum überholen und wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon eine Lücke zu unserer Konkurrenz. Alles richtig gemacht! Wir fuhren wie immer unser eigenes Tempo, bergauf wie bergab, und ergänzten uns dabei extrem gut. Nach gut 3 ½ Stunden Fahrzeit waren wir uns dieses Mal im Ziel bereits vorab recht sicher, dass wir erneut den Tagessieg eingefahren hatten. Allerdings fiel es inzwischen echt schwer den Parcours durch den Bikepark zu fahren, denn neben den Beinen brannten auch die Arme, Schultern, die Füße und der Kopf.

Wie auch schon an den vorangegangenen Tagen hieß es nach der Etappe gut zu regenerieren, was mit jedem weiteren Tag doch etwas schwerer fiel.

4. Etappe – Einzel-/Teamzeitfahren, Schafalm, 11km, 1.100hm

Über die 4. Etappe ist schnell berichtet: Ein immer steiler werdender Anstieg von unten bis oben, gestartet in umgekehrter Reihenfolge des Rankings. Marcell hatte den wilden Plan, dass wir ALLE Teams in unserer Wertung von hinten auffahren wollten, als frisch ran ans Werk. Und nachdem wir die Plätze 2 und 3 recht schnell eingeholt hatten, arbeiteten wir uns immer weiter vor. Als wir das letzte Team unserer Wertung vor uns hatten, wartete ein fiesen Anstieg auf uns, an dem bis auf die Profis wohl alle vom Rad und schieben mussten. Doch am letzten Team kamen wir erst einmal nicht vorbei, sodass wir zu viert Höhenmeter für Höhenmeter erklommen. Erst 500m vor dem Ziel nahmen wir die Beine in die Hand und hängten die beiden noch ab, sodass wir als letztes gestartet, aber als erstes Team unserer Altersklasse ins Ziel fuhren. Oben war selbst uns die Erleichterung anzusehen, die Anstrengungen und die Anspannung der letzten Tage fiel von unseren Schultern ab und wir freuten uns wie kleine Kinder über den Erfolg und den genialen Ausblick von der Schafalm. Auch Lucas, der die 4 Etappen als Einzelstarter unter die Stollenreifen genommen hatte, hat alle Gipfel bezwungen und jede Menge Erfahrung gesammelt.

Ein tolles Mittagessen mit steirischen Köstlichkeiten auf der Schafalm und die Gesamtsiegerehrung rundet den Tag und die gesamte Woche ab. Es gab noch einmal Podiumsfotos bei bestem Wetter und mit einem einzigartigen Panorama im Hintergrund. Anschließend hieß es Abschied nehmen und Lucas und ich machten uns auf den langen Heimweg fast einmal durch ganz Deutschland.

Mein Fazit zur AlpenTour Trophy:

Ein top organisiertes Event und logistisch perfekt gelegen. Einzig gestört hat mich, dass der letzte Abschnitt der 2. und 3. Etappen identisch war. Das gute Wetter hat natürlich auch seinen Beitrag dazu beigetragen, obwohl es auch gerne etwas kühler hätte sein können. Das Wichtigste aber war mein grandioser Teampartner Marcell von der RSG Nordheide, denn ohne ihn und unser gutes Zusammenspiel hätte all das nicht funktioniert!

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2 Kommentare
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Joerg
13 Tage vor

Hey hey, auch von mir die herzlichsten Glückwünsche an euch Beide!!
Das wird im Herzen noch lange „schmecken“.

Cordula Biermann
13 Tage vor

Meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg! Es bleiben die schönen Stunden besonderer Momente im Herzen beim Blick auf die Medaille, die sicher einen besonderen Platz bekommt.