Deutsche Meisterschaften Cyclocross ’26

Die Zeit nach dem Hauptwettkampf und die Wetterkapriolen

Als Titelverteidigerin ist die Frage nach der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft irgendwie klar mit „Ja“ zu beantworten. Somit wurde die dafür notwendige Zweitlizenz „Master“ für 2026 beantragt und die Meldung auf Rad-Net abgegeben. Die Unterkunft in Bensheim nahe der Wettkampstrecke wurde gebucht, die Überstunden entsprechend in den Anreisetag gesteckt.

Was fehlte?

Die Motivation.

So hart erschien diese Saison im Vergleich zu den letzten Jahren doch gar nicht…?.. :

Die gesteckten Ziele mit dem Titel der Landesmeisterin (Elite), Europameisterin, der Weltmeisterin, der Erstplatzierten des Stevens Cyclocross Cup in der Wertung Frauen Elite waren erreicht.

Geschenkt?

Nein, bei genauer Betrachtung hart erarbeitet. Kann daher nun die Erschöpfung kommen und die unklare Antwort auf die Frage: Was kann es werden mit der Deutschen Meisterschaft?

Das Eine ist die Teilnahme an Rennen aus Leidenschaft und Freude an der Sportart. Das Andere ist die (eigene) Ergebniserwartung, wenigstens an das Maximum der eigenen Leistungsfähigkeit – mehrfach erwähnt das Zusammenspiel von Psyche und körperlicher Leistung.

Diese Balance zu finden war also die aktuelle Herausforderung auf den letzten Metern zur Deutschen Meisterschaft. Hinzu kam die Wettervoraussicht auf das Wochenende mit Sturmtief Elli, Schnee und Eisglätte.

Was tun?

Schritt für Schritt sind wir die letzten Tage gegangen – ein „nur so Motivationsrennen“ in Vechta – ständige Verfolgung der Wettervorhersagen – hören auf das eigene Gefühl – losgefahren am Donnerstag Richtung Bensheim, immer mit der Option umzudrehen und doch mit klaren Ideen für das Weitere.

Und die Motivation und Lust auf das Rennen kam wieder. Die Ideen für das Weitere nahmen Realität an, der Weg ins Abenteuer Deutsche Meisterschaft schien der Richtige zu sein.

Unsere Zeit in Bensheim war toll. Aus sportlicher Sicht stellten die wettbedingten Veränderungen der Streckenverhältnisse eine der größten Herausforderungen dar. Die Nacht vor meinem Rennen war kurz und von Aufregung und Stress geprägt. Der Renntag begann früh, regnerisch und kalt. Die letzte Runde auf der Strecke morgens um acht mit viel Laufen und Matsch.

Mein Start um 9:32 Uhr stand unter dem Fokus „ maximal und nach vorne“. So ging ich im Raketenstart ab und konnte mit toller erster Rundenzeit eine passable Lücke zu meinen Verfolgerinnen reißen. Die Radwechsel liefen nach Plan, das Bezwingen der kräftezehrenden Strecke mit zahlreichen Laufpassagen, tiefen Schlamm bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sollten meine letzten Körner kosten. Von hinten eilte Dana heran und ende der Runde zwei von drei an mir vorbei, was ich nicht parieren konnte. So sollte dieses epische Rennen mir in Erinnerung bleiben: als Sieg gegen mich selbst und Bezwingen meiner Zweifel und als glückliche Deutsche Vizemeisterin der Mastersfrauen.

Heute haben wir nach schöner Laufeinheit und Frühstück zu Hause die Eliterennen im TV von dem heimischen Sofa verfolgt und „mitgefahren“. Eine wunderbarer Abschluss der Saison dieses besonderen Sportes  😊.

Eure Cordula

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der dirk
26 Tage zuvor

Cordula, du bist und bleibst eine Powerfrau. Mein Glückwunsch zu deinem Vizemeistertitel.