Kettenfett, Riesenkuchen & Luxusbetten: Unser Pfingstausflug nach Schwerin 🚴‍♂️💨

Pfingsten steht traditionell für Entspannung, Familie und… rauchende Waden!

Letzteres nahmen sich 15 fahrradbegeisterte Kattenberger zu Herzen und machten sich auf den Weg zur großen Etappenfahrt in die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Das Ziel: Schwerin. Die Mission: Überleben, Spaß haben und Kuchen vernichten.

Etappe 1: Über Labenz und den Schaalsee nach Schwerin (149 km)

Das Abenteuer begann am Samstagmorgen auf dem Parkplatz hinter dem Bürgerhaus in Kaltenkirchen. Nach dem großen Tetris-Spielen – auch bekannt als „Wie quetschen wir 15 Koffer und Sporttaschen in Rainers Fahrzeuganhänger?“ – saßen alle pünktlich im Sattel.

Rainer entpuppte sich schnell als der unangefochtene Held des Wochenendes:

  • Kilometer 50 (Labenz): Erste Zwangspause. Rainer stand bereit und verwandelte den Anhänger in eine Oase aus kühlen Getränken und allerhand Leckereien.
  • Kilometer 88 (Dielencafé Kittlitz): Bei herrlichstem Sonnenschein steuerten wir das nahe des Schaalsees gelegene Café an. Hier lernten wir eine wichtige Lektion in Sachen mecklenburgischer Backkunst: Ein Stück Kuchen unter 300 Gramm wird hier konsequent als „Keks“ bezeichnet. Wir haben uns natürlich alle für die echten Kuchenstücke entschieden – Kraftfutter für die Beine!

Frisch gestärkt ging es weiter am östlichen Ufer des Schaalsees entlang. Hinter Lassahn – den meisten von uns bestens bekannt als legendäres Depot des FC St. Pauli beim „Marathon to Hell“ – bogen wir scharf ab nach Osten in Richtung Neuhof. Die Ziellinie in Schwerin fest im Blick.

Der „Herbergsvater des Jahres“ und das Betten-Wunder

In Schwerin angekommen, steuerten wir die AWO SANO Jugendherberge an. Und was uns dort erwartete, war purer Luxus im Jugendherbergen-Style! Da das Haus über Pfingsten nicht voll ausgelastet war, zeigte sich der Herbergsvater von seiner spendabelsten Seite: Statt der geplanten drei Schlafräume bekamen wir kurzerhand zwei zusätzliche Zimmer überlassen.

Mit einem süffisanten Grinsen kommentierte der Herbergsvater die Aktion:

„So, damit kann jetzt (fast) jeder Kattenberger auch ein Bett in unterer Lage nutzen. Wir wollen ja nicht, dass nach 149 Kilometern noch jemand klettern muss!“

Nachdem die Betten bezogen und die ersten Kampfgeschichten des Tages ausgetauscht waren, ging es ans Buffet. Es gab frisch zubereitetes Kartoffelgratin mit Putenschnitzel, diverse Brotsorten, Wurst und Käse– genau die richtige Kohlenhydratbombe nach so einem Ritt.

Das perfekte Abendprogramm

Auch in Sachen Flüssigschmierung lief alles wie am Schnürchen: Unsere selbst besorgten Kaltgetränke durften wir in einem eigens für uns reservierten Kühlschrank deponieren, der uns das gesamte Wochenende treue Dienste leistete.

Der Samstagabend verlief genauso, wie ein perfekter Radsport-Tag enden muss: In geselliger Runde ließen wir die 149 Kilometer Revue passieren, fachsimpelten über Windschatten und Kuchengewichte, während der restliche Teil der Truppe beim DFB-Pokalfinale im Fernsehen mitfieberte.

Fazit des ersten Tages: Die Beine laufen, der Kuchen schmeckt, die Betten sind tiefgelegt – Schwerin, wir mögen dich jetzt schon!

Etappe 2: Rund um Schwerin(150 km)

Da haben wir den zweiten Tag unserer Pfingstradtour! Nach einem Frühstück, das wirklich keine Wünsche offenließ, schwangen wir uns trotz anfänglicher Bewölkung aufs Rad. Die Wettervorhersage versprach Besserung, und so sollte es auch kommen: sonnige 22 Grad, perfekt für unsere Tour rund um Schwerin.

Doch der Start hatte es in sich: Kaum zwei Kilometer hinter uns, schon die erste Zwangspause! Artur und Karsten hatten es erwischt – Plattfüße, noch bevor der Tag richtig begonnen hatte. Aber wir wären nicht wir, wenn wir uns davon die Laune verderben ließen. Mit Blick auf das majestätische Schweriner Schloss und die malerische Umgebung verging die Zeit wie im Flug.

Zwei weitere Kilometer später wartete die nächste Überraschung: eine Fußgängerzone, in der zu bestimmten Zeiten das Radfahren untersagt war. Also hieß es absteigen und schieben, was uns aber nur noch mehr Gelegenheit gab, die Gegend zu Fuß zu erkunden.

Danach ging es richtig los: Eine wunderschöne Schleife führte uns von Schwerin über Neukloster und Bützow, bevor wir wieder nach Schwerin zurückkehrten. Die Strecke war abwechslungsreich, mit einigen kurzen Kopfsteinpflasterabschnitten und etwa 1.000 Höhenmetern, die uns einen Vorgeschmack auf den „Holsteiner Wellenritt“ gaben. Jeder Muskel spürte die Anstrengung, aber die Landschaft entschädigte für alles.

Als wir schließlich erschöpft, aber glücklich, in unserer Unterkunft ankamen, wartete schon die nächste Belohnung: Unser Herbergsvater hatte unter freiem Himmel ein üppiges Grillfest vorbereitet. Fleisch, Wurst, Salate und Saucen – es fehlte an nichts! Bernd übernahm mit reichlich humorvollen Sprüchen den Grillmeisterposten und sorgte für beste Stimmung. Leider waren Zimt und Zucker nicht anwesend – die beiden Namen sagen nur die Mitfahrenden etwas. 

Mit vollen Mägen zogen wir anschließend auf die andere Seite des Grundstücks, wo ein wärmendes Lagerfeuer auf uns wartete. Dort ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, erzählten uns die Erlebnisse des Tages und genossen die angenehme Gesellschaft. Ein perfekter Abschluss eines ereignisreichen Tages!

3. Etappe: Schwerin – Kaltenkirchen

Nach einem erneut reichhaltigen Frühstück in Schwerin wurden die Betten abgezogen und das Gepäck flink im Anhänger verstaut. Ein kurzes Briefing mit Rainer zur Bestimmung der kommenden Versorgungsorte stimmte uns auf den Tag ein. Das Wetter präsentierte sich erneut von seiner besten Seite, und die Sonnencreme fand, wie schon an den beiden Vortagen, bei allen Akteuren großzügig Anwendung.

Die Rückreise nach Kaltenkirchen führte uns über eine andere Route als die Hinreise. Unser erster Versorgungsstopp erfolgte nach 54 Kilometern in Zarrentin, am südlichen Ufer des Schaalsees. Der malerische Blick auf den See lud zwar zum Verweilen und Baden ein, doch die Strecke rief.

In Mölln navigierte uns Torsten zielsicher ins Café Magnolia, wo Rainer bereits auf uns wartet und wir unsere zweite Pause bei Kuchen und Getränken verbrachten. Gestärkt und weiterhin gut gelaunt setzten wir unsere Tour mit disziplinierter Fahrweise fort. Rainer trafen wir mit kleiner Verspätung in Todendorf wieder. Die Verzögerung war einer notwendigen Umleitung geschuldet: Ein Abschnitt unserer geplanten Strecke war aufgrund eines Autounfalls durch Einsatzkräfte der Feuerwehr gesperrt.

Ab Todendorf lagen noch etwa 40 Kilometer vor uns, bis wir unser Ziel Kaltenkirchen erreichten. Alle sind unversehrt und mit vielen Erinnerungen wieder in Kaltenkirchen angekommen. Wir waren uns einig: Was für ein schönes und unvergessliches Pfingstwochenende wir erleben durften!

Text: Heiner Korschewski

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2 Kommentare
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Andreas
11 Tage vor

Das war eine rundum gelungene Etappenfahrt. Ein großes Dankeschön an Heiner für die Organisation und Rainer für das Catering.

Joerg
1 Monat vor

Ich sag mal so: Das war Spitze!!