!!!!!!Applausi Pubblico applausi applausi!!!!!

hörten wir auf dem Gelände des Ippodromos in Varese / Norditalien aus dem Mikrofon des begeisterten Sprechers der Master-Weltmeisterschaften 2025 im Cyclocross.
Vor zwölf Monaten haben Andreas und ich diesen Tag, den 29. November 2025, als Entwicklungsziel meiner diesjährigen geistigen und körperlichen Höchstform in diesem einzigartigen Sport definiert…. und daraufhin gearbeitet, um für die 40 Rennminuten „meiner“ Weltmeisterschaften so leistungsfähig wie möglich zu sein.
Die erhoffte Teilnahme am Amstel Gold Race zu Ostern klappte leider nicht – wir beide erhielten keinen Startplatz für die 150 km… und so nahm die nebulöse Idee vom Bikepacking so zügig konkrete Formen an, dass wir bereits im Juli mit Zelt und Arschrakete auf die erste Versuchsnacht zu Familie Helge Siems nach Grube an der Ostsee aufbrachen.

Kurze Zeit später folgte unsere Etappentour über Fehmarn, Dänemark, Schweden und zurück über Travemünde. Fazit GROSSARTIG!!!!


Da sich Bedürfnisse im Laufe des Lebens ändern, habe ich wieder genauer hingeschaut und musste Anpassungen in der Gestaltung meines Weges hin zu dem diesjährigen Herzensziel vornehmen:
So musste ich akzeptieren, dass mir die Belastung aus den wochenendlichen Reisetätigkeiten zu den mehrstündig entfernten Bundesligarennen zu viel Energie raubt. Ich übte mich im „auch mal Nein-Sagen“ zu liebgewonnenen Routinen und suchte eine neue Balance aus Be- und Entlastung: keine Bundesligagesamtwertung sondern gemeinsame Teilnahme an den Rennen der Stevenscup-Rennserie von Andreas in der SEN 4 und mir in der ELITE. Denn: Rennenfahren trainiert man nur beim Rennen fahren.
2peak als bewährter Trainingsplan strukturierte die sinnvolle und zeitoptimierte Trainingsbelastung mit Intervallen in verschiedenen Belastungsbereichen, das Gelände für unser gemeinsames Techniktraining haben wir fast vor der Haustür in Winsen und in der Wilstedter „Kuhle“. Unsere Teilnahme an der wöchentlichen Pilatesstunde von Dina kam auch nicht zu kurz.
Und so vergingen die Wochen
Erste Erfahrungen (die hören im Cross nicht auf) wurden eingesammelt-Blöde in Bad Salzdetfurth, die ganz ganz sicher wichtig und für etwas gut waren und viele Gute in Form von Trainingserfolgen und ersten Siegen bei den örtlichen Rennen.
Tja, und dann irgendwann schauten Andreas und ich uns tief in die Augen und entschieden, das gesetzte Ziel Realität werden zu lassen und sowohl für fünf Tage in das rund 1000 km entfernte Samorin zur Europameisterschaft, als auch zwei Wochen später für fünf Tage in das rund 1.100 km entfernte Varese zur Weltmeisterschaft zu fahren.
(zur EM gibt es bereits einen schönen Bericht)
Mittwoch um 6:00 Uhr saßen wir somit gesund und munter mit unseren drei Rädern, Wechsellaufrädern, Werkzeugkoffer und kleinem Gepäck im Auto und erreichten nach 12 Stunden unsere Wohnung in Varese, welche uns mit Dunkelheit und ohne Strom und Warmwasser begrüßte.

Nach einem romantischen Abend bei Teelichtschein zogen wir am nächsten Morgen um in ein schönes familiäres Hotel und konnten uns entspannt mit der Umgebung und dem Rennkurs vertraut machen.

Dieser hielt keine besonderen Schikanen bereit, veränderte sich aber bis zum Renntag am Samstag aufgrund von Frost und nachfolgendem aufgeweichtem Boden. Spurrinnen entstanden, einige Kurven und auch die Auffahrt der Brücke wurden kritische Stellen für Stürze.
Für meine eigene Vorbereitung mit Eintauchen in die Strecke und den konkreten Vorstart habe ich meine bewährte und immer wieder abgespulte Routine angewandt, zu jeder Zeit meinen Andreas an meiner Seite.

Am Start stand ich fokussiert und mit nur einem Gedanken „vom Start weg maximal schnell und so sicher wie möglich um die Kurven fahren“. Da ist dann nicht mehr der trainierte Körper, sondern der konzertierte Geist gefragt, der nicht blockiert sondern der Vortrieb maximiert.

Der noch eine Stunde vor Start sichere Radwechsel aufgrund von Schlamm und Rasen im Getriebe wurde nicht notwendig, in der zweiten Runde rutschte ich fast auf der glatten Brücke aus. Im Schlammfeld gab es keine Ideallinie. Und dennoch wurde der Abstand nach hinten größer. Mein Gedanke blieb bis ins Ziel „maximal schnell und so sicher wie möglich“.
Der Weltmeistertitel in der AK 55-59 sollte mein Lohn sein.


Mein ganz besonderer Dank gilt Dir mein Mann. Danke, dass wir diese besondere Zeit gemeinsam erleben dürfen!
Eure Cordula

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